hallo ihr lieben!!

das hier ist für diejenigen, die es interessiert wie es mir geht, was ich so treibe und bei denen ich mich entschuldigen möchte, dass ich es nicht geschafft habe, mich richtig zu verabschieden oder mich vor meiner abreise überhaupt nochmal zu melden. ich dachte mir, es wird langsam mal zeit dass ich euch an meinem leben hier ein wenig teil haben lasse.

es ist jetzt fast zwei monate her dass ich mit zwei großen reisetaschen, zwei freunden, ein bisschen grummeln im bauch und viel optimismus hier in montpellier angekommen bin. keine wohnung, kein konto, kein telefon, wenig geld.

die wohnungssuche hat sich letztendlich weniger katastrophal entwickelt als ich erwartet hatte. die erste wohnung, die ich besichtigt habe, ist es letztendlich auch geworden...nach einem wochenende weitersuchen und nichts finden war es schließlich doch liebe auf den zweiten blick. die miete ist ok, die lage auch (10 minuten zu fuß ins zentrum, 15 minuten mit dem rad zur uni), und die wohnung alt aber schön. die beiden mitbewohner: zwei engel. greg (23) und oriana (21). besser hätte es gar nicht kommen können. nach zwei monaten zusammen leben weiß ich: die beiden gehören zu meinen lieblingsmenschen.

die ersten wochen waren hart, stressig und chaotisch (man mag es nicht meinen, aber die franzosen haben in sachen bürokratie einen noch größeren schaden als die deutschen). an sowas denkt man ja vor der abreise gar nicht: du musst zur bank ein konto eröffnen, du brauchst einen handyvertrag, du musst dich an der uni einschreiben und deinen stundenplan zusammen stellen, du hast immernoch nicht alle unterlagen für das bafög-amt zusammen, du musst einen internet/telefonvertrag abschließen (jaaa, MUSST du), du musst deine wohnung ein wenig einrichten und ganz wichtig: einen volleyballverein finden.

gut, dass wir zu dritt waren und alle den gleichen mist machen mussten. alleine wäre ich eingegangen.
zum glück haben wir schnell einen engel getroffen: jean-philippe, 32 jahre, guter samariter. ein mensch, der einfach anderen menschen helfen will, weil er sich denken kann, wie verloren man sich in so einer situation fühlt. er nimmt uns mit zu seiner bank um konten zu eröffnen. er hat einen freund der ein handygeschäft hat und der uns unter der hand recht vorteilhafte handyverträge zurecht schneidert. er leiht mir einen monat lang sein fahrrad, so lange bis ich ein eigenes finde. er lässt uns bei sich ins internet gehen, weil wir noch keine anschlüsse haben und internetcafés teuer sind...kurz: er hat uns unheimlich geholfen. da ist es egal, dass er sich letztendlich als ein wenig verrückt herausstellt und wir keinen kontakt mehr haben. er war die starthilfe.

mitlerweile läuft in der hinsicht alles in geregelten bahnen. abgesehen vom bafög, das hab ich immernoch nicht. die brauchen nämlich noch eine bescheinigung von der uni. das ist allerdings ein problem weil meine uni seit 2 1/2 wochen zu ist. ja, so ist frankreich, alle streiken, auch die studenten. sarkozy will die unis privatisieren. das heißt: studieren wird teuer. das gefällt den studenten nicht, also besetzen sie die unis. das heißt für mich: keine uni, keine büros, keine unterschrift auf der bafög-bescheinigung. ich ruf da morgen mal an. eventuell heißt das auch, keine uni mehr vor weihnachten, keine klausuren, ein semester umsonst. das wär ganz schön blöd. naja, abwarten.

in sachen volleyball geht es auch etwas drunter und drüber. ich spiele in der uni-mannschaft, das läuft super. ich spiele zusammen mit mädchen, die zweite bundesliga und höher spielen, eine sogar in der nationalmannschaft. und es klappt total gut. ich spiele annahme/außen und manchmal libero, vor allem wenn meine schulter nicht mehr mitmacht. achja, das muss ich auch noch machen: zum arzt und mir wieder eine physio verschreiben lassen. nächste woche. merken.
abgesehen vom uni-volleyball suche ich noch nach einem verein. hab mir ein paar angeguckt und jetzt die wahl zwischen zweien, die mir einen platz anbieten. montpellier und lattes. in beiden teams nette mädels. lattes spielt eine liga höher. schwere entscheidung. ich mag doch keine entscheidungen treffen...naja, diese woche muss es sein.

ich merke grade, dass ich dabei bin, einen roman zu schreiben. naja, ist ja auch ein resumé von zwei monaten. die nächsten einträge werden kürzer, versprochen.
ich werde in den nächsten tagen einfach mal ein paar episoden erzählen aus den letzten zwei monaten von dingen, die ich erzählenswert finde. ob ihr sie lesenswert findet, müsst ihr dann selbst entscheiden.

eigentlich wollte ich noch weggehen..jetzt ist es schon halb 2...mist

 

 

 

24.11.07 01:36

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


pit (25.11.07 01:01)
Hört sich doch ganz ok an.
wir freuen uns, wenn es dir gut geht!
waren gerade weggegangen ... schon 1 ... tollliebe grüße!
suse und pit

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